Anpassungsstörungen
Eine Anpassungsstörung (ICD-10 F 43) ist eine Reaktion auf einmalige oder fortbestehende belastende Ereignisse (z. B. Operation, Unfall, Raub, Mobbing, Todesfall, Trennung, Vernachlässigung), die durch subjektives Empfinden von Leid und Bedrängnis gekennzeichnet ist. Es kann das Gefühl hinzukommen, mit den Erfordernissen des Alltags nicht klarzukommen bzw. sie nicht weiterführen zu können. Eine Anpassungsstörung kann innerhalb von Stunden bis zu einigen Tagen nach dem belastenden Ereignis auftreten und innerhalb von einigen Tagen oder Monaten wieder abklingen.
Folgende Anpassungsstörungen werden unterschieden:
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung des Sozialverhaltens
(ICD-10 F 43.24)
Hierbei ist das Sozialverhalten gestört (z. B. Reizbarkeit, Gruppenclown, Außenseiter, aggressives Verhalten, Unbeherrschtheit, Introvertiertheit).
Anpassungsstörungen mit vorwiegender Störung der Gefühle
(ICD-10 F 43.20, ICD-10 F 43.21, ICD-10 F 43.22)
Bei dieser Form sind das Gefühls- und Seelenleben gestört (z. B. Indifferenz, Hilflosigkeit, Aggressivität, depressive Stimmungslage, Teilnahmslosigkeit).
Gemischte Anpassungsstörung (sowohl Störung des Sozialverhaltens als auch der Gefühle)
(ICD-10 F 43.25)
Es handelt sich um eine Störung mit abnormen Sozialverhalten (z. B. aggressiv, reizbar, unbeherrscht, introvertiert, Gruppenclown) und mit gestörtem Seelenleben (z. B. depressiv, teilnahmslos, aggressiv, indefferent).
Ein Synonym für die Anpassungsstörung ist Hospitalismus.
Verwandte Themen
- Hospitalismus
- Deprivation, Deprivationssyndrom
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- Liste der Krankheiten
- Liste psychischer Störungen
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